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Japanisch

Nicht nur die vielen Veröffentlichungen von Anime und Manga in Europa machen Japanisch zur Zeit zu einer beliebten Fremdsprache. Dabei hat auch Japanisch den Ruf, unglaublich schwierig zu sein, vor allem unter den Japanern selbst. Deswegen sind diese häufig äußerst beeindruckt, wenn ein Ausländer ihre Sprache spricht, und sei es nur ein morgens zugerufenes Ohayou! ... Tatsächlich ist aber auch Japanisch eine Sprache, die sich systematisch lernen läßt und als Beweis dafür gibt es jährlich steigende Zahlen bei den im Dezember stattfindenden japanischen Sprachprüfungen auf der ganzen Welt.

Japanisch ist deutlich einfacher auszusprechen, da es keine tonale Sprache ist, sondern sich hauptsächlich aus Silben von Konsonant-Vokalpaaren zusammensetzt. Lediglich eine kleine Änderung der Tonhöhe zwischen zwei Silben kommt vor, kann aber für den Anfang vernachlässigt werden. Die Gefahr, mißverstanden zu werden ist hierbei deutlich geringer. Dadurch, daß es im Japanischen weniger Konsonanten gibt, ist es sogar leichter auszusprechen als Englisch - oder Deutsch. Dadurch kommen allerdings auch hier viele Homonyme vor. Dieser Umstand führt unter anderem dazu, daß Wortspiele in Japan sehr einfach und auch sehr beliebt sind. Allerdings bedeutet das auch hier, daß man Japanisch nicht alleine mit der latinisierten Umschrift lernen sollte.

Was Japanisch kompliziert macht, ist wiederum das Schriftsystem. Die erste Kultur in Japan, von der man heute weiß, hatte keine Schrift entwickelt. Erst durch Kontakte mit chinesischen Händlern gelangte auch deren Schrift nach Japan, die von diesem Volk dann auf ihrer eigene Sprache angewendet wurde - ein Kunststück, da die Yamato, so ihr Name, gänzlich verschieden von den chinesischen Sprachen war. Noch heute können kaum Verwandtschaften zwischen Japanisch und anderen Sprachen nachgewiesen werden. Allerdings reichten die Schriftzeichen aus China, hier Kanji genannt alleine nicht aus, um Sätze vollständig auszudrücken, da Japanisch über ein gewisses Maß an Wortbeugung verfügt. Somit wurden aus den Kanji weitere Zeichen entwickelt, die sogenannten Kana. Mit diesen, die eine Lautschrift darstellen, wurde es nicht nur möglich, Verbformen niederzuschreiben, sondern auch die Aussprache der Kanji in ihrer urjapanischen, von der Yamato-Sprache abgeleiteten, Form als auch in der der Lesung der chinesischen Lehnwörter, die im Lauf der Geschichte in das Japanisch aufgenommen wurden, so wie in Europa Latein und Altgriechisch. In jüngerer Zeit sind auch viele Begriffe aus westlichen Sprachen aufgenommen worden, so daß modernes Japanisch, wie auch Deutsch, viele Englische Begriffe verwendet.

Da die alten Lehnwörter mitunter aus mehreren chinesischen Dialekten stammen, gibt bis zu drei unterschiedliche Möglichkeiten für ein Zeichen, derart gelesen zu werden. Hinzu kommen noch mehrere Möglichkeiten von Yamato-Wörtern, die mit dem gleichen Zeichen belegt wurden. Das ist aus für die Schüler in Japan immer wieder eine Herausforderung, und trotzdem ist die Analphabetenquote in dem Land äußerst gering. Um das Pensum von ca. 2000 Kanji zu lernen, die in Japan Schulstoff sind, veranschlagt man dort ganze neun Jahre - also kein Grund zur Sorge, wenn es beim Lernen etwas länger dauert ...

Als Fremdsprachler beginnt man beim Japanisch sowieso erst einmal mit dem Lernen der Kana - zweimal etwa 50 Zeichen, mit denen man bereits komplette Japanische Texte schreiben und lesen kann, sofern sie als Lautschrift über oder neben den Kanji auftauchen. Genau wie im Chinesischen gibt es heute zwei mögliche Schreibrichtungen in Japan - die moderne, zeilenweise von links nach rechts und oben nach unten, genau wie in Deutsch oder Englisch, sowie traditionell spaltenweise von oben nach unten und rechts nach links. Letztere findet man in vielen Romanen und auch Mangas, manchmal sogar im Film als Untertitel am rechten Rand.

Während Hiragana und Katakana früher so etwas wie eine Frauen- und eine Männerschrift darstellten, werden die Hiragana heute hauptsächlich verwendet, um Grammatik in japanischen Texten auszudrücken, als sogenannte Partikel oder zur Beugung von Verben (hier heißen sie dann Okurigana), sowie in der Furigana genannten Lautschrift an den Kanji. Katakana dagegen dienen zur Schreibung von Geräuschen oder zur lautlichen Umschreibung von fremdsprachlichen Begriffen oder Namen. Durch die Verwendung der drei verschiedenen Schriften lassen sich japanische Texte so ziemlich rasch erfassen, obwohl keine Wortzwischenräume verwendet werden. Manchmal kommen sogar noch Lateinische Buchstaben und arabische Ziffern vor, so daß ein moderner japanischer Text aus insgesamt fünf verschiedenen Schriftsystemen zusammengesetzt sein kann ...

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