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Fremdsprachen lernen - wie und wozu?

Die Vielzahl von Sprachen auf dem Europäischen Kontinent macht es in der Regel einfach, mit diesen in Kontakt zu kommen und mehr als nur die eigne Sprache zu beherrschen - jedenfalls, wenn man Europäer ist und nicht gerade Englisch als Muttersprache hat. Und selbst dann fällt es vielen schwer, eine weitere Sprache so weit zu lernen, daß Kommunikation in dieser kein Problem mehr darstellt. Um dem abzuhelfen sollen hier ein paar Tips gegeben werden, wie man vielleicht doch seine Sprachkenntnisse erweitern kann, um etwas besser mitreden zu können ...

Der beste Weg, eine fremde Sprache zu lernen ist immer noch, dorthin zu gehen, wo diese Sprache gesprochen wird, und nur diese. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als herauszufinden, wie man mit seiner Umgebung in Kontakt tritt, um dem täglichen Bedarf nachzukommen - sofern man nicht seiner Umwelt seine eigene Sprache aufdrängen will. Dementsprechend werden überall Sprachreisen angeboten, die allerdings auch Zeit und Geld kosten. Aber auch auf einem Kurzurlaub lassen sich immerhin ein paar Grundlagen über die Landessprache aufsammeln, gehören mithin schon zur guten Reisevorbereitung. Die grundlegenden Grußformen wie Guten Tag, Auf Wiedersehen, "Bitte" und "Danke" sollte man auf jeden Fall beherrschen, und am besten auch ein paar Ausspracheregeln, falls man einmal nach dem Weg fragen muß ... Das setzt natürlich voraus, daß man den Pfad einer geführten Tour oder das deutschsprachige Hotel auch mal verlassen kann.

Der zweitbeste Weg, wenn man sich die weite Reise nicht leisten kann, ist, sich mit möglichst viel zu umgeben, das die Sprache vermittelt: Bücher, Filme, Musik sind eine Möglichkeit. Oder Treffen mit Sprachlerngruppen, bei denen man dann auch aktives Sprechen üben kann. An vielen Stellen ist es inzwischen möglich, sogenannte Tandem-Partner zu finden, also verschiedene Muttersprachler, die sich jeweils dabei helfen, die Sprache des Partners zu lernen.

Der wichtigste Punkt ist: Es benötigt immer einen gewissen Drang, um etwas zu lernen. Voraussetzungen für den Erwerb von neuen Kenntnissen sind immer wiederholtes Üben und nicht nachlassendes Interesse. Darum ist es wichtig, den geeigneten Anreiz für sich selber zu finden, mit dem Lernen fortzufahren, beziehungsweise erst einmal anzufangen. Vergleicht man die Fremdsprachenkenntnisse unserer Nachbarländer, fällt ganz subjektiv auf, daß die Niederländer häufig besser Englisch zu sprechen scheinen als die Deutschen, und dazu auch besser verstehen. Fragt man einen Deutschen, wie sein Englisch ist , antwortet diese häufig mit "nicht gut", obwohl das jahrelange Lernen in der Schule eigentlich zu besserem Ergebnis führen sollte ...

Tatsächlich liegt der Unterschied wohl in der täglichen Übung, die dem Deutschen verwehrt ist, dem Holländer, Belgier oder auch Dänen aber auf einfachste Weise möglich ist: Durch Einschalten des Fernsehers. Während in Deutschland inzwischen jede Sendung, Serie oder Film auch auf deutsch ausgestrahlt wird (und O-Ton-Sendungen so gut wie von der Bildfläche verschwunden sind), erleben unsere Nachbarn ihre Filme fast alle im Original mit Untertiteln, (bis auf manche Sendungen für Kinder, die noch nicht lesen können,) und haben somit jederzeit die Möglichkeit, sich mit Englisch, Französisch oder auch Deutsch auseinanderzusetzen - und das während der allabendlichen Unterhaltung. Die DVDs und Blu-Rays, die auf dem deutschen Markt veröffentlicht werden, bieten bis auf ein paar Ausnahmen fast immer den Vorteil gegenüber der alten Videokassette, nun auch die Originaltonspuren der Filme, die zwar immer häufiger, aber längst noch nicht von allen genutzt werden. Dabei ist es so einfach, sich seinen Lieblingsfilm, dessen Dialog man ohnehin auswendig kennt, einfach mal im Original (so er denn auf Englisch ist), anzuschauen, und einmal zuzuhören. Zur Not lassen sich auch die englischen Untertitel hinzu schalten, damit stellt man dann häufig fest, daß man den Dialog doch versteht - man wußte nur einfach nicht, wie die Worte richtig ausgesprochen werden ...

In den letzten Jahrzehnten ist es so leicht geworden wie nie zu vor, sich mit Fremdsprachen auseinanderzusetzen. Alleine das Internet bietet eine riesige Auswahl von Texten, Einführungen in andere Sprachen, Kontakte zu Muttersprachlern, und natürlich die Möglichkeit, sich Bücher, Filme und Musik aus dem Ausland zu bestellen, kurz gesagt: eine schier unerschöpfliche Menge von Lernmaterial. Diese zu Nutzen ist die Aufgabe des Interessierten Sprachstudenten. Und die Belohnung, das sollte man sich klar machen, folgt auch, indem man sich immer wieder den Nutzen klarmacht, den auch die geringsten Sprachkenntnisse haben können. Im Urlaub macht es einen guten Eindruck, wenn man die Leute korrekt grüßen kann, was die wenigsten von einem Touristen erwarten. Außerdem kann man sich auch auf eigene Faust auf die Reise machen, was zum einen mehr Freiheit bedeutet, zum anderen auch Geld sparen kann. Und wieder daheim, kann man sich seine Souvenirs in Form von Büchern oder Filmen genießen, selbst wenn man einen Film im Original noch mit Untertiteln sehen muß, um ihn zu verstehen, so erkennt man doch immer häufiger Ausdrücke wieder, bis man irgendwann die Untertitel ganz abschalten kann.

Natürlich darf man sich dabei nicht vormachen, daß man in nur einem Jahr eine fließende Unterhaltung mit perfekter Aussprache führen kann. Selbst das Lernen der Muttersprache dauert in der Regel sechs Jahre, bis man endlich mal mit dem Lesen und Schreiben beginnt ... dafür kann man immerhin auf den Kenntnissen, die man in der Kindheit erworben hat, aufbauen. Da im europäischen Raum fast alle Sprachen eine ähnliche Grammatik aufweisen, ist es hilfreich, diese, also seine eigene Sprache zu kennen, um die Zusammenhänge zu begreifen. Das gilt aber auch für weiter entfernte Sprachfamilien, zum Beispiel aus dem ostasiatischen Raum. Andererseits lernt man auch mit anderen Sprachen immer mehr über die eigene dazu, und stellt häufig fest, daß andere Sprachen gar nicht so schwer sind - es ist die eigene, die teilweise kompliziert sein kann.

Abschließend bleibt zu sagen, daß ein langanhaltendes Interesse an einer Sprache notwendig ist, um diese auch zu lernen - gute Chancen hat man also, wenn man sich für ein Land oder ein Volk besonders interessiert. Denn mit dem Erlernen der Sprache lernt man auch über dieses immer neues hinzu, da Sprache als Kulturgut immer auch von der Geschichte beeinflußt ist, und ihrerseits auf die Kultur einwirkt. Somit gibt einem das Lernen einer Sprache auch neue Denkanstöße, Einblicke in das tägliche Leben anderer Gesellschaften und zeigt am Ende doch, daß diese häufig gar nicht so verschieden sind, wie man ursprünglich dachte - eben nur anders.

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