www.CauNo.de

Schwertkampfstile

Genau wie bei den waffenlosen Kampfkünsten gibt es auch bei solchen mit Waffen die verschiedensten Richtungen und Stile. Dabei hat das Katana, das Schwert der Samurai in Japan wohl die herausragende Rolle. Alleine bei den Schwertkünsten gibt es eine Vielzahl von diversen Schulen, die sich teils stark voneinander unterscheiden können. Dabei gehen aber fast alle auf die grundlegenden Richtungen zurück, die hier kurz vorgestellt werden sollen.

Kendo

Das Kendō (wörtl.: "Weg des Schwertes") ist wohl die bekannteste und am meisten verbreitete Kampfsportart mit Schwertern. Jeder hat wahrscheinlich schon einmal einen Kampf in dieser Sportart gesehen, bei dem die Trainingspartner die charakteristischen Helme und Rüstungen tragen und mit Bambus-Schwertern, den sogenannten Shinai, gegeneinander antreten.

Kendō ist dabei eine sehr formale Art, zu kämpfen, feste Regeln geben außerdem vor, was in einem Turnierkampf erlaubt ist und was nicht. Alleine durch die Tatsache, daß auch ein Stock schwere Verletzungen hervorrufen kann, sollte klar sein, daß man in einem freundschaftlichen Kampf nicht wild aufeinander einschlagen sollte ...

Zu bedenken ist übrigens auch, daß dieser Sport viel jüngeren Datums ist, da in Japan nach der Öffnung des Landes (etwa 1860) der Kaiser den Samurai das Tragen von Schwertern verbat, und die Schwertkünste erst im 20. Jahrhundert 'wiederentdeckt' werden mußten. Somit stellt auch Kendō eine moderne Sportart dar, die aber ihre Wurzel in den alten Kampftechniken der Samurai hat.

Kenjutsu

Das Kenjutsu (wörtl.: "Schwerttechnik") entspricht daher einer etwas ursprünglicheren Art, zu Kämpfen. Hierzu verwendet man ein Holzschwert, ein Bokken oder Bokutō, die wie ein Katana geformt sind und auch bei Kendō-Übungen verwendet wird. Spezielle Schutzkleidung gibt es hier nicht, weswegen bei den Kampfpartnern erhöhte Vorsicht gilt. Generell versucht man sich aber nicht gegenseitig mit den Bokken zu verprügeln, sondern es reicht, sich zu berühren. Das das Holzschwert nur ein Ersatz für ein echtes Schwert darstellt, würde ein leichter Schnitt mit der richtigen Waffe schon den Kampf entscheiden können.Kenjutsu, meistens auch als Unterform einer anderen Kampfkunst, wie z.B. Aikidō oder Iaidō und in jeder davon die verschiedensten Schulen, die jeweils ihre Stile mit unterschiedlichen Aspekten der Kunst propagieren.

Iaido

Das Iaidō (wörtl.: "Weg des Iai", was oft als "Schwertziehen" übersetzt wird, sich aber eigentlich aus den Zeichen für "Sein" und "Begegnen" zusammensetzt) unterscheidet sich dabei gänzlich von den anderen Kampfstilen, da es eigentlich dazu dient, einen Kampf im Ansatz zu ersticken oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Hierbei geht es um das Ziehen des Schwertes, um damit im selben Moment einen Schnitt durchführen zu können. Paradoxerweise ist diese friedlichste Richtung gleichzeitig auch die tödlichste von allen - Wenn sich ein Kampf absolut nicht vermeiden läßt, muß er so schnell wie nur irgend möglich beendet werden.

Die Übungen dieser Schwertkunst werden üblicherweise mit einem Bokken (für Anfänger), einem Iaitō, ein stumpfes Schwert (für Fortgeschrittene), oder aber einem Shinken, einem echten und scharfen Schwert (für Profis) durchgeführt. Bei letzterem ist äußerste Konzentration vonnöten, da der kleinste Fehler beim Ziehen oder Zurückstecken der Klinge schwere Verletzungen zur Folge haben kann. Selbst Fortgeschrittene Iaidōka haben dies schon feststellen müssen, als sie unachtsam waren ...

Damit stellt Iaidō aber auch eine Art Meditation dar, da es beim Erlernen der Kunst besonders in heutigen Zeiten weniger darum geht, für den Kampf gerüstet zu sein, als vielmehr auf das Leben selbst. Die innere Ruhe mit sich und dem Universum zu finden ist eines der Ziele des Zen und findet sich auch beim Erlernen dieser Künste wieder.




© 2011 by Cau No - Garantiert JavaScript freie Zone. Optimiert für den Webnutzer statt für den Browser.